Erstveröffentlicht: März 2024 - überarbeitet im August 2025.

Die Erkenntnis: Transformation braucht Zeit.

Vor eineinhalb Jahren bekam meine Mutter die Diagnose Demenz – und meinem Vater ging es auch immer schlechter. Ich wurde plötzlich zur pflegenden Tochter aus der Ferne. Denn ich lebe 650 Kilometer entfernt von meinen Eltern.

Das hat mich manchmal zerrissen – und mich in eine große persönliche Midlife-Crisis gestürzt. Was ich damals noch nicht wusste: Es war erst der Anfang einer viel tiefgreifenderen Transformation.

Ich war gerade dabei, vieles in meinem Leben zu ändern. Dass meine Eltern zu Pflegefällen wurden, war der Auslöser dafür.

Heute teile ich mit dir:

  • Meine grosse Herausforderung im April 2023
  • Welche Erkenntnisse ich 2023 gewonnen habe
  • Warum das Jahr 2024 den wahren Wendepunkt markierte

Die schlimmsten 12 Stunden meines Lebens 

Ausnahmezustand bei meiner Ma und meinem Pa

April 2023: In den schlimmsten 12 Stunden meines Lebens kam erst meine Ma wieder in die Psychiatrie und mein Pa starb.

Ich war gerade in Hannover angekommen und konnte meine Ma in den Krankentransport begleiten. Am nächsten Tag wollte ich mit den Ärzten meines Pa über seine Verlegung auf die Palliativstation sprechen. Denn nach vier Tagen REHA lag mein Pa wieder auf der Intensivstation eines Krankenhauses.

In dieser Nacht ist er gestorben.

Und dann geht er los, der Admin-Marathon und was sonst noch alles erledigt werden muss, wenn ein Mensch stirbt. Mein Kopf hat es relativ fix verstanden. Aber, mein Herz kam nicht mit. Mit meiner Trauer leben, das habe ich jetzt gelernt.

Geholfen haben mir vor allem die vielen Gespräche mit meiner Schwester, meinem Mann und Freunden. Aber auch das Alleinsein, den Gedanken nachhängen und über die Themen "alt wedren" und Tod. Die professionelle Unterstützung von meinem auf "Pflege aus der Ferne" spezialisierten Coach war für mich unverzichtbar. Die Aussicht auf schöne Dinge und Freudenspender, wie Konzerte und Reisen, waren Lichter für mich in dieser Zeit.

Die Frage wo und wie mein Pa beerdigt wird, haben meine Schwester und ich fix getroffen: Im Ruheforst an einem schönen Baum, wo er dann später wieder mit meiner Ma zusammen ist. Es ist unser Baum der Erinnerung, an dem wir vierblättrigen Klee aus unserem Garten gepflanzt haben. Pas Beisetzung haben wir dann im allerengsten Familienkreis gefeiert.

Klarheit finden - innen und aussen

Zeit für Neues. Aber vorher erst mal Ordnung schaffen - für Klarheit

„Ich bewundere deine Klarheit, mit der du dein Leben angehst“  höre ich oft von anderen.

In 2023 war es mir wichtig Klarheit im Innen und Außen zu bekommen. Für mich ist das die Voraussetzung für meinen Neustart.

Klarheit entsteht für mich aus Reflektieren und Ordnung schaffen. 

Innen: 2023 habe habe ich angefangen, mir 12 Lebensfragen zu stellen, mit denen ich jetzt Bilanz ziehe. Daraus ist mein → Podcast "Frau Sturm wie der Wind. Ich bin 50+. Ich hab Fragen" entstanden. Ja, wie geht das Leben?

Ehrliche Antworten auf die grossen Fragen, die sich Frauen in der Lebensmitte stellen, gibt es hier:

Ich habe mir diese 4 Fragen als erstes beantwortet, weil mein Lebensrad mir zeigte: Hey, hier fährt das Rad besonders holprig.

Außen: Hier stand Ausmisten auf meiner Liste. Und so habe ich bei Klamotten, Bücher, Keller und Büro klar Schiff gemacht.

Familie neu definiert

Meine Freunde sind jetzt auch meine Familie

Familie war schon immer ein wichtiger Wert für mich. 2023 habe ich meine Familie erweitert um meine besten Freunde.

Wir sind in 2023 noch enger zusammengewachsen. Meine Freunde waren mir so ein guter Rückhalt in dieser sehr stürmischen Zeit. Durch die Erfahrungen mit meinen Eltern habe ich noch mal mehr gelernt: Richtige Freunde begleiten dich auch, wenn’s Scheisse läuft. Und Älterwerden ist ja nicht nur Ponyhof.

By the way, keiner meiner Freunde wohnt in München. Bis auf Steffi habe ich sie alle mit 50+ kennengelernt – online und offline. Dirk habe ich immer noch nicht live getroffen.

2024 mache ich #tourdefriends und werde einige besuchen. Und das hab ich auch gemacht: Bianca in Leipzig, Steffi in Aachen und Claudia in Wien. In 2025 habe ich Bianca und Claudia schon wiedergesehen.

Energiespender Konzerte - Entertainment, EScapism und andere Welt

Metal-Musik macht mich glücklich

2023 habe ich Musik und Konzerte anders für mich entdeckt. Und wie kams dazu? Mein Sohn und ich machen oft #lunchlearnsessions. Da sitzen wir mittags beim Essen zusammen und er nimmt mich mit in seine Welt, zeigt mir was ihn grad so umtreibt. Also Ipad raus und eintauchen in die Welt der Mode, Musik, Podcasts und Trash TV.

Musik spielt eine wichtige Rolle in seinem Leben. Und so zeigte er mir immer wieder YouTube-Videos von Metalbands jeglicher Couleur. Und irgendwann… zack war ich infiziert.

Mit diesem Song von Ghost fing alles an. Ich stellte mir meine Playlist zusammen und hörte sie dann überall und gefühlt immer. Sie hilft mir beim Frust abbauen, tröstet mich und gibt mir Energie.

An einem Aprilmorgen 2023 um sechs im Hotelzimmer in Hannover kaufte ich dann die ersten🤘Ghost-Konzerttickets für meinen Sohn und mich. Erinnerungen für immer.  #collectmoments. Update: Diese Band wird immer einen Specialstatus behalten. Und ja, inzwischen war ich auf vier Ghost-Konzerten.

Mein Sohn und ich gehen immer noch gemeinsam auf Konzerte. Aber, mittlerweile gehe ich auch alleine. Und an geht die Luzie! Konzerte sind für mich abtauchen in eine andere Welt. Da lass ich mich von der Musik „mitnehmen“. Tanze und singe, was das Zeug hält. Oder weine auch schon mal vor mich hin.

Reisen ist auch eine Energietankstelle

Tapetenwechsel für Erholung, Kreativität und innere Stärke

Ich liebs sehr! Und nachdem das Reisen in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist, habe ich das dieses Jahr nachgeholt. So war ich in: Paris, London, Triest, 3x Südtirol, auf Rundreise im Südwesten der USA und am geliebten Cap Ferret.

Die Idee zur USA-Reise hatte ich am Todestag meines Papas. Die Reise als Licht am Ende des Tunnels und als Timeline bis dahin möglichst viel vom anfallenden Admin-Kram geschafft zu haben. Gereist bin ich dann mit meinen beiden Männern.

6.435 km in drei Wochen. Erinnerungen für immer.

Meine Highlights waren: Konzert von Ghost in Los Angeles, Reno Air Race (Haken in der Bucket List meiner Männer) und der atemberaubende Sonnenaufgang im Bryce Canyon.

Energietankstellen können sich ändern: War so bei mir in den letzten zwei Jahren.

  • War: Rumreisen - von Ort zu Ort.
  • Ist: Leben an andern Orten. Auch verbunden mit meiner Lebensfrage 7: "Wo und wie will ich leben mit 60+?" In München werden wir - mein Mann und ich - nicht bleiben. Derzeit ist die Idee: Basis in Leipzig und dann im Jahr immer wieder ab ans geliebte Cap Ferret in Frankreich.

Unterstützung - Nach Hilfe fragen und holen

Ich muss nicht alles alleine schaffen

Ich bin ein grosser Freund von professionelle Hilfe holen, wenn ich nicht weiter weiss. Damit meine ich meine persönlichen Themen genauso wie für mich neue sachliche Themen. Was weiss denn ich, was alles zur Altersvorsorge gehört und wie ein Immobilienkauf abläuft.

So habe ich immer wieder Experten an meiner Seite, die mir helfen diese Themen zu verstehen, zu verarbeiten und zu lösen. Das ist für mich auch Selbstfürsorge.

Dann finde ich Lösungen, blicke wieder durch und kann klar Entscheidungen treffen. Das ist mir wichtig. Klarheit und Machen halt ;-). Thema abhaken. Next one, please.

Auch in dieser stürmischen Zeit hatte ich Unterstützung und zwar bei diesen Themen:

  • Pflege- und Angehörigenberatung - Pflege aus der Ferne
  • Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Testament
  • Immobilien-Kauf als Kapitalanlage
  • ETFs für Vermögensaufbau und Altersvorsorge

Mit vielen meiner Altersvorsorge-Unterstützern habe ich in meinem Podcast gesprochen:

"Spannendes Thema - auch für Frau unter 50. Danke für die vielen Impulse zum Nachdenken. Ich frage mich auch: Und wie geben wir das an unsere Töchter weiter… "- Annika

Neue Lebensphase - und die Erkenntnis: Ich kriege es alleine nicht hin.

Viel passiert in 2023. Aber die grösste Veränderung kam 2024/ 2025

"Was soll ich beruflich machen?" - diese Frage hatte mich über zwei Jahre beschäftigt, ohne dass ich eine wirkliche Antwort gefunden habe. Meine bewährten Methoden funktionierten nicht mehr. Dann habe ich mir Unterstützung von einem Coach geholt.

Sie zeigte mir: Es ging gar nicht um den Job. Das Thema hinter dem Thema war plötzlich meine Beziehung. Mit meinem Coach an der Seite habe ich genau hingeschaut und aufgeräumt.

Was ich mitgenommen habe:

  • Klarheit über meine private und berufliche Zukunft
  • Die Erkenntnis: Ich darf fühlen
  • Jede Menge Energie und Vertrauen in mich und mein Machen

Gerade beschäftige ich mich mit Lebensfrage 6: Mentale Gesundheit: Was kann ich für meine Psyche tun? Gute Nachricht dazu: mein Podcast startet wieder. Und bald gibt es meine Antwort auf diese wichtige Frage.

By the way, daraus kam auch mein Interesse für das Thema "Midlife-Crisis" - ein Thema, über das kaum jemand spricht. Ist irgendwie in der Tabuecke, wie es die Wechseljahre auch mal waren.

Kennst du diese Fragen auch? Falls du dich fragst, in welcher Phase der Lebensmitte du gerade steckst - mach den 5-Minuten-Midlife-Crisis-Test und finde heraus, wo du stehst und was du jetzt brauchst.


Meine #24for24 Liste:

Die Idee ist von Gretchen Rubin. Ich habe 24 Dinge aufgeschrieben, die ich bis Ende des Jahres gemacht haben möchte. Immer am 24. des Monats mache ich Review. Einige Beispiele auf meiner #24for24list - und ein Update dazu:

  • Ich laufe 10 km - Im Frühjahr 2024 laufe ich die 10 km & im Herbst meinen 1. Halbmarathon
  • Mein Podcast geht an den Start - Yess, am 11.04.2024 gings los!
  • Lieblingsgerichte-Kochbuch selbst machen - Ok, still in the making...

Fazit - Transformation braucht zeit

Trauer und Loslassen. Mein Papa ist gestorben. Und ja, eigentlich habe ich Abschied von beiden Eltern genommen. Meine demente Ma ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, verliert ihre Persönlichkeit. Ist das zu kognitiv gedacht? Ist das ein selbstbestimmtes Leben?

Die Transformation ist nicht abgeschlossen, aber ich gehe heute anders mit den Stürmen um. In meiner Midlife-Crisis war Selbstfürsorge ein wichtiger Punkt, um mich über Wasser zu halten. Was als Pflege-Situation begann, entpuppte sich als tiefgreifende Lebensphase mit den grundlegenden Fragen/ Lebensfragen: Wer bin ich? Was will ich wirklich? Wie will ich älter werden?

So habe ich u.a. meine Kraftquellen gefüttert: Zeit mit Freunden verbringen, Abschalten bei Musik und Konzerten, Reisen. Und das Wichtigste: Ich habe gelernt, mir Hilfe zu holen.

Mein Podcast markiert einen Wendepunkt. Dass meine Eltern zu Pflegefällen wurden, war der Auslöser für viele Lebensfragen. Die 12 Fragen sind jetzt mein Navigator durch stürmische Zeiten hin zu Klarheit für mich.

Klarheit entsteht durch ehrliche Fragen. Im Podcast stürze ich mich für dich in die Suche nach authentischen Antworten. So kannst auch du für dich Klarheit schaffen, Entscheidungen treffen und dann handeln.

Lebenslust statt Frust. Mein Motto heute:

Make your life f*cking awesome!


Bettina Sturm. Krise in der Lebensmitte – Klarheit und Rückenwind durch Coaching

Die schönsten Geschichten beginnen mit MUT!

Bettina Sturm schliesst mit Mitte 50 ihr Unternehmen "Respekt Herr Specht und startet - nicht nur beruflich - noch mal neu durch. Heute ist sie Unternehmerin, Buchautorin, Podcasterin bei Frau Sturm wie der Wind.

Für ihre Kundinnen ist sie je nach Anforderung: Cheerleader, Unterstützerin oder Partnerin in Crime.

Nicht Therapeutin - Sondern Komplizin. #MidlifeKomplizin

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  • Kraft tanken! Ähnliche Erfahrungen- mein Vater starb bereits 2013. Kurz darauf bekam meine Mutter Demenz. Umzug von Wohnung ins betreute Wohnen. Von dort ins Pflegeheim und Umzug Pflegeheim in ein anderes, weil Schließung. Den letzten Umzug ist mir mit Aggression begegnet. Das war ein kurzer Moment. Inzwischen eine kleine alte Dame (87) lebt in einer anderen Welt. Ich lebe knapp 1.000 km entfernt und bin alle 2-3 Monate zu Besuch. 1 Stunde, dann schläft sie ein. Ich nehme die Fahrt dennoch auf mich. Ich habe bis heute alles geregelt und bin auch ihre Betreuerin. Danke f. Deinen Beitrag.

    • Danke für deine Geschichte. Es macht mich immer traurig zu lesen, wie der Lebensweg unserer Eltern aussieht. Und ja, Pflege aus der Ferne bringt noch mal ganz andere Facetten mit sich.

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